Helga Paris, Fotografin

8. November 2019 – 12. Januar 2020
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Ausstellungseröffnung: 7. November, 19 Uhr
mit Jeanine Meerapfel (Präsidentin der Akademie der Künste), Dr. Klaus Lederer (Senator für Kultur und Europa), Dr. Ellen Strittmatter (ifa, Institut für Auslandsbeziehungen), Inka Schube (Kuratorin)

Vom 8. November 2019 bis 12. Januar 2020 präsentiert die Akademie der Künste in ihren Ausstellungssälen am Pariser Platz das in den Jahren zwischen 1968 und 2011 entstandene fotografische Werk von Helga Paris. Mit 275 Werken, darunter zahlreichen erstmals gezeigten Einzelbildern und Serien, ist dies ihre bisher umfangreichste Ausstellung sowie nach 25 Jahren die erste Retrospektive der Künstlerin in ihrer Heimatstadt Berlin. Erstmals zu sehen sind unter anderem Ausschnitte aus den umfangreichen Serien Leipzig, Hauptbahnhof (1978), Moskau (1991/92) und Mein Alex (2011).

Helga Paris, 1938 im pommerschen Gollnow geboren und in Zossen bei Berlin aufgewachsen, begann in den 1960er Jahren als Autodidaktin zu fotografieren. Sie wurde mit Aufnahmen ihrer Nachbarschaft im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, Bildern von Kneipenbesuchern, Müllfahrern, den Frauen aus dem Bekleidungswerk VEB Treffmodelle, Künstlern, Punks, Kindern aus Hellersdorf und Passanten vom Alexanderplatz eine der zentralen Chronistinnen des Berliner Ostens.

Helga Paris fotografierte darüber hinaus unter anderem in Siebenbürgen (1980), Georgien (1982), in Halle (1983–1985), wo ihre Serie Diva in Grau entstand, die erst 1989/90 gezeigt werden durfte, Wolgograd (1990), New York (1995) und Polen (1996/97).

Eine Ausstellung der Akademie der Künste in Kooperation mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), unterstützt von der DEFA-Stiftung. Unser Dank gilt auch der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die die Erschließung des Vorlasses sowie die Neuprints dreier bislang unveröffentlichter Serien ermöglicht hat.

Käthe-Kollwitz-Preis 2020. Timm Ulrichs

24. Januar – 1. März 2020
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Preisverleihung und Ausstellugseröffnung: 23. Januar 2020, 19 Uhr
mit Timm Ulrichs (Preisträger), Jeanine Meerapfel (Präsidentin der Akademie der Künste), Vertreter*in der Kreissparkasse Köln, Peter Weibel (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Laudator)

Fernab der Kunstzentren arbeitet Timm Ulrichs als selbsternannter „Total-Künstler“ unermüdlich in den unterschiedlichsten Genres. Dabei verfolgt er mit seinem Ideenreichtum kein durchgehendes Konzept, sondern sucht Originalität in jeder einzelnen Idee und schafft damit seine ganz eigene Enzyklopädie der Ideen. Die schiere Masse und Vielfältigkeit dieser unterschiedlichsten Einfälle sucht ihresgleichen. Ulrichs ist Künstler, ehemaliger Hochschullehrer und kritischer Beobachter der Szene, der eine unangepasste Existenz jenseits von Mainstream und Kunstmarkt geführt hat.

1959 gründete Ulrichs die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus“ in Hannover, die zur Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst dienen sollte und erklärte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Es folgten 1966 eine öffentliche „Selbstausstellung“ in Frankfurt am Main, 1969 die Gründung einer „Kunstpraxis (Sprechstunden nach Vereinbarung)“ und 1970 die erste Totalkunst-Retrospektive in Krefeld. 1977 war er mit seiner radikalen Position Teilnehmer der documenta 6 in Kassel. Sein Œuvre umfasst konzeptuelles Arbeiten, Objektkunst, Environments, Performances, Aktionen, Multimediales und konkrete Poesie.

Im Jahre seines 80. Geburtstags wird der in Berlin geborene Künstler mit dem Käthe-Kollwitz-Preis 2020 für sein Lebenswerk gewürdigt, das für nachfolgende Künstlergenerationen bis heute Fundgrube und Inspirationsquelle ist.

Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Köln, Träger des Käthe Kollwitz Museum Köln.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Vergabe des Käthe-Kollwitz-Preises veröffentlicht die Akademie der Künste im März 2020 eine Übersicht aller Preisträger und Preisträgerinnen seit 1960 mit weiterführendem Material unter www.adk.de.

Anlässlich des 80. Geburtstages von Timm Ulrichs zeigt das Haus am Lützowplatz vom 7. März bis 14. Juni 2020 die Ausstellung „Timm Ulrichs: Ich, Gott und die Welt“.