23.5.2022, 10 Uhr

Jetzt erhältlich: Journal der Künste 18

Die beiden fotografischen Kriegsberichte aus der Ukraine von Johanna-Maria Fritz und Mila Teshaieva durchdringen die 18. Ausgabe des Journals der Künste. Wie ständige Einbrüche in unsere alltägliche Arbeit begleiten und unterbrechen die Bilder der Ostkreuz-Fotografinnen den Themenfluss des neuen Hefts.

Viele Beiträge kreisen um das Schwerpunktthema der globalen ökologischen Krise: Im Rückblick auf das Symposium ReEDOcate Me! zeigt Christian Tschirner am historischen Beispiel der Edo-Zeit in Japan auf, wie die Notwendigkeit des Wandels im Umgang mit den natürlichen Ressourcen auch zu einer neuen Kunst der nachhaltigen Transformation führen kann. Argumente gegen die Wachstumslogik steuert Ulrike Herrmann hinzu. Mit den Videoarbeiten der Künstlerin Otobong Nkanga setzt Naomie Gramlich wiederum an einer Dekonstruktion des Rohstoffbegriffs an, um am Beispiel des Kupferabbaus in Namibia die zerstörerischen Grundlagen unserer Medientechnologien zu entlarven. Auf dem Weg einer literarischen Erkundung nähert sich Esther Kinsky der differenzierten Erfahrung von Natur in der postindustriellen Landschaft Italiens. In ihrem Gespräch über den Umgang mit Fragen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit mittels musikalischer Interventionen fordern Carola Bauckholt, Iris ter Shiphorst und Julia Gerlach zu einem strukturellen Umdenken und neuen Formen des Handelns auf. In der utopischen Praxis eines Trond Reinholdtsen und den landschaftlichen Interventionen von Christina Kubisch oder Peter Ablinger werden konkrete Ansätze dieser neuen künstlerischen Praxis vorgestellt. Die alles überlagernde Frage, wie eine Zukunft auf diesem Planeten für die nachkommenden Generationen aussehen kann, wird auch die Akademie in den nächsten Jahren beschäftigen.

Über Formen des Antisemitismus und die konkrete Gefahr rechter Angriffe sprach Jeanine Meerapfel im Akademie-Dialog mit der Rabbinerin Delphine Horvilleur, ein Auszug des Gesprächs ist hier abgedruckt. Als Auftakt zur 12. Berlin Biennale, die am 10. Juni u.a. in beiden Häusern der Akademie der Künste eröffnet, interviewt Johannes Odenthal den Künstler und diesjährigen Kurator Kader Attia: im Zentrum seiner Arbeit steht die Reflexion über das Zusammenspiel und Fortbestehen kolonialer und faschistischer Denkfiguren.

Die Beiträge aus dem Archiv setzen einen Schwerpunkt auf die Erfahrung von Exil und Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Zentrum stehen der Komponist Friedrich Hollaender, der Journalist und Widerstandskämpfer Gerhard Leo sowie die Zeichnerin und Karikaturistin Milein Cosman, die im Exil überlebt haben und die historische Dimension der aktuellen Themen belegen.

Jeanine Meerapfels Tagebuch von der Reise nach Portbou mit Abiturientinnen aus Berlin auf den Spuren von Walter Benjamin erzählt von der konkreten Praxis intensiver Vermittlungsarbeit für eine junge Generation kritischen Denkens.

Die Carte blanche wird in diesem Heft gleich doppelt vergeben: an den Industrie-Designer Fritz Frenkler, der Nachhaltigkeit auch als eine Frage der Gestaltung beschreibt, und an die Lyrikerin und neue Leiterin des Hauses für Poesie, Katharina Schultens. Sie spürt in ihren Gedichten der sprachlichen Erfassung von Gegenwarts-Verwerfungen nach.

Die digitale Version der 18. Ausgabe finden Sie hier.

Das Journal der Künste ist kostenlos erhältlich und liegt ab sofort in den Akademie-Gebäuden aus. Parallel zur deutschsprachigen Ausgabe erscheint eine vollständige englische Version. Sollten Sie Einzelexemplare, die englische Ausgabe oder ein Abonnement wünschen, wenden Sie sich bitte an info@adk.de oder nutzen Sie das Bestellformular.