Basel-Berlin-Stipendium 2019

Dorian Sari

*1989 in Izmir (TR)

lebt in Basel (CH)

 

www.doriansari.co

Vita

Dorian Sari ist Künstler und Researcher. Er recherchiert zu Themen wie Politik, Emotionen und Empfindungen oder gesellschaftliche Bewegungen. Der zentrale Aspekt seiner Praxis ist der Blick auf das menschliche Wesen und die verschiedenen Kulturen. Basierend auf Jungs psychoanalytischen Interpretationen des Menschen und seiner Symbole reichert er die so gewonnenen Erkenntnisse in seinen Installationen mit persönlicher und kollektiver Mythologie an, um sie in vollkommen fiktive, theatralische und kinematografische Szenarios zu übersetzen. Zumeist in skulpturaler Form, mitunter aber auch mithilfe von Videoprojektionen entsteht so ein eigenes Universum, das aus einer Vielzahl von Narrationen zusammengesetzt ist. Mithilfe von Materialien, die er auf der Straße findet, gelingt es ihm, die Wirklichkeit zu sublimieren. Um seine Wahrnehmungen in die Materialien einfließen zu lassen, sind zeremonielle Rituale erforderlich, etwa in Form eines schweigsam ausgeführten Nähvorgangs während des Produktionsprozesses oder ein in einer Videoarbeit geflüstertes Geständnis. Jede Skulptur erzählt eine eigene Geschichte in der Sprache poetischer Symbole, in der Art eines Dialogs, den unser Bewusstsein mit dem kollektiven Unbewussten führt. In seiner Praxis kombiniert Dorian Sari rationale wissenschaftliche Forschungsansätze mit metaphysischen Methoden. Im Wesentlichen verfolgt er in seiner Arbeit das Ziel, unsere Aufmerksamkeit auf aktuelle Angelegenheiten zu lenken und diese mithilfe seines multidisziplinären Hintergrundes und seiner künstlerischen Vision zu bewerten.

Residency

„Während meines Aufenthalts plane ich, meine Nachforschungen dazu fortzusetzen, wie unterschiedliche Personen Adjektive in ihrer Sprache verwenden und wie sie auf spezifische Bedeutungen reagieren, die in Aussagen anderer zum Ausdruck gebracht werden. In diesem Fall werde ich mich dem kollektiven psychologischen Bewusstseinszustand in Deutschland und insbesondere dem Thema der politischen Korrektheit widmen. Mein fortlaufendes Projekt The Dark Ocean befasst sich mit kulturellen Konflikten zwischen den Industriestaaten und denen der ‚Dritten Welt' und den unterschiedlichen Sichtweisen auf zeitgenössische Kunst und Kultur.“